Clear-the-air Übung

Geschrieben von Peter Klar

Das Clear-the-air Meeting (kurz: CTA-Meeting) wurde von Georg Tarne entwickelt, es soll Beziehungsspannungen im Team auflösen. Das Format basiert auf der gewaltfreien Kommunikation.

Im CTA Meeting erfährt das Team wie befreiend es sein kann, offen auszusprechen, was einen am anderen stört. Das gelingt dadurch, dass das andere Teammitglied nicht zum Gegenschlag ausholt, sondern Empathie und Verständnis zeigt.

Bei einem „Clear the Air“-Meeting kann jeder seinen Spannungen oder Ärger Luft machen, bis am Ende die „Luft rein“ ist.

Beschreibung

UnterstütztDauerEignungWerStufe
psychologische Sicherheit120Gruppe/TeamCoachReif

Ziele

  • Probleme, die immer nur unter vier Augen besprochen werden, kommen meist sehr einseitig an. Schnell ist man von der einen oder anderen Seite eingenommen. Das clear-the-air Meeting schafft ein offenes Forum im Team, statt Cliquen zu bilden, werden Konflikte auf zwischen den Betroffenen aufgelöst.
  • Das CTA-Meeting ermöglicht eine kontrollierte Gesprächssituation. Statt einem Konflikt unkontrolliert im Untergrund agieren zu lassen, wird er im Team aufgelöst.
  • Durch die Klärung von Konflikten werden nicht anderen Themen vorgeschoben und zu einem Problem aufgeblasen. Kleine Spannungen werden aufgelöst, bevor sie zu größeren Problemen führen. Bleiben Spannungen unausgesprochen, dann stauen sich negative Gefühle an, bis der Ärger unkontrolliert herausplatzt.
  • Im CTA-Meeting lernt das Team, dass es normal ist Spannungen zu haben und dass sich diese oft schnell auflösen lassen. So wird die psychologische Sicherheit gestärkt.

Ablauf

Vorbereitung

  • Sorge für eine „sichere“ Umgebung für das CTA-Meeting. Dazu gehört ein geschlossener Raum in dem es keine zufälligen Zuhörer geben kann. Setzt euch am besten im Kreis, so dass jeder alle anderen gut sehen kann.
  • Etabliere die Regeln für das CTA-Meeting im Team:
    • Wir sind alle aufmerksam in der Runde (keine Smartphones, Laptops, etc.)
    • Wenn wir zuhören, dann tun wir dies ohne zu kommentieren.
    • Jeder bekommt die Zeit, der er braucht sich auszudrücken.
    • Wir wollen die anderen verstehen, nur so können wir erwarten verstanden zu werden.
  • Startet speziell diese Übung mit dem Core Check-in.

Spannungsrunden

  • Jeder, der eine Spannung mit jemand im Raum hat (das kann eine einzelne Person, mehrere oder das ganze Team betreffen), kann sich melden.
  • Der Spannungsgeber spricht ganz offen über seine Spannung oder seinen Konflikt.
  • Eine der angesprochenen Personen, gibt den gehörten Standpunkt in eigenen Worten wieder – ohne inhaltlich etwas zu verändern. Gegenreden, Verteidigungen oder Ähnliches sind nicht erlaubt. Offenbar hat die Person auch eine Spannung ist selbst auch gleich dran, aber zunächst geht es nur um die Sichtweise des Spannungsgebers.
  • Der Spannungsgeber gibt eine Rückmeldung, ob er richtig verstanden wurde. Falls nicht, darf die angesprochene Person einen neuen Versuch unternehmen. Solange bis der Spannungsgeber sich verstanden fühlt.
  • Jetzt hat die angesprochene Person die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Auch hier darf alles offen angesprochen werden.
  • Nun wiederholt es der Spannungsgeber und die angesprochene Person bestätigt, ob sie verstanden wurde.
  • Oft reicht es schon, wenn man sich mal aussprechen durfte und dabei sogar verstanden wurde. Optional können die beiden Parteien eine Vereinbarung treffen oder sich für eine Klärung nach dem CTA-Meeting verabreden. Wenn eine Lösung ad-hoc möglich ist, kann dies schon im CTA-Meeting vereinbart werden.
  • Wiederholt die Spannungsrunde, bis alle Beziehungsspannungen ausgesprochen sind und die „Luft im Team wieder sauber“ ist.

Wertschätzung

  • Damit die Übung nicht mit Spannungen endet, solltest du etwa 15-20 min. vor Ende von der Spannung in die Wertschätzung überleiten.
  • Führt die Übung Wertschätzung durch.

Abschluss

  • Das CTA-Meeting endet mit der Core Check-out-Runde. Wenn die Übung das Meeting nicht beendet, kannst du diese Runde auch ausfallen lassen.

Hinweise

  • Das CTA sollte von einem erfahrenen Moderator begleitet werden, frage am besten, ob es eine erfahrene Kollegin oder Kollegen in deinem Umfeld gibt. Beschäftige dich mit den Eskalationsstufen, denn Konflikte, die zu weit fortgeschritten sind, lassen sich im CTA Meeting nicht auflösen.
  • Das Hauptziel des CTA-Meetings ist nicht eine Lösung für ein Sachproblem zu entwickeln. Wichtiger ist es, dass jedes Teammitglied unangenehme Dinge ansprechen darf und von den betroffenen verstanden wird. Das sorgt für große Zugewinne bei der psychologischen Sicherheit.
  • Mache dich als Moderator mit den Grundlagen der GfK vertraut. „Verstanden“ werden bezieht sich weniger auf den ersten Schritt der Beobachtung, sondern auf die Schritte 2 und 3 (Gefühle und Bedürfnisse). Hilf den Spannungsgebern und angesprochenen Personen dabei ihre Gefühle und Bedürfnisse zu artikulieren.

Quellen

Die 9 Eskalationsstufen nach Glasl

Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation

Fragen und Kommentare

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