Mai 30

Aufwand und Dauer einer Teamentwicklung

Allgemeines

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Teamentwicklung ist nicht aufwändig oder zeitaufwendig. Sie sollte fester Bestandteil der Führungsarbeit sein und die Zeit dafür investiert werden um das Team erfolgreicher zu machen. Denn Teambuilding kann dem Team helfen, Spitzenleistungen zu erbringen: höhere Effektivität, bessere Geschwindigkeit beim Umsetzen von Entscheidungen, reduzierter Stresslevel.

Plane zunächst etwa 3% der Arbeitszeit für Maßnahmen zum Team Building ein. Das entspricht wöchentlich 45 min. und zusätzlich 2 volle Tage im Jahr. Für ein Team, das ein hohes Niveau an Sozialkompetenzen aufweist, genügt dann 1% der Arbeitszeit um das Niveau zu halten.

Ein normales Team kann innerhalb eines Jahres eine beachtliche Entwicklung erreichen. Je systematischer du das Team Building angehst, desto schneller werden sich die Erfolge zeigen. Wenn du Zeit bei der Teamentwicklung sparen möchtest, dann lies die folgenden Tipps von mir.

Wie lange dauert es, bis sich ein starkes Team entwickelt?

Überall dort wo der Erfolg durch eine Teamleistung entsteht, sollte die Teamentwicklung fester Bestandteil von Führung sein. Die Zeit, die man in die Entwicklung des Teams steckt, kommt schließlich auch dem Erfolg zu Gute. Denn Höchstleistungen durch ein Team kann nicht als der Normalfall angenommen werden.

Teamentwicklung bewirkt, dass die Persönlichkeit der Teammitglieder und auch der Führungskraft sich weiter entwickeln. Es gibt zwei Faktoren, welche die Dauer beeinflussen, bis es zu einem Durchbruch im Team kommt:

  1. die Herausforderung – wenn nur wenige einfache Glaubenssätze, Werte und Ansichten dem Teamerfolg im Weg stehen, dann können in wenigen Wochen bereits die Ziele der Teamentwicklung erreicht werden. Umgekehrt kann es einige Monate dauern, wenn die Unternehmenskultur viele Tabus und eine feste Hackordnung enthält.
  2. die Teamgröße – die Anzahl der Beziehungen wächst mehr als linear: bei 5 Personen gibt es gerade 10 Zweierkonstellationen, bei 10 Personen sind es bereits 45 Konstellationen. Die Zahl hat sich nicht nur verdoppelt, sondern ist 4,5 fach höher. Je größer das Team ist, desto stärker steigt der Aufwand einer Teamentwicklung.

Bei einer Teamgröße von etwa 7 Teammitgliedern sind nach ca. 3 Monaten wöchentlicher Team-Übungen Fortschritte sichtbar und die Zusammenarbeit ist deutlich entspannter. Das sind die ersten Erfolge, die das Team motivieren weiter an ihrer Entwicklung zu arbeiten. Vermutlich ist nach einem Jahr dann das ein Niveau erreicht, das sich kaum noch weiter steigern lässt. Dann gilt es das Niveau zu halten, vor allem, wenn Teammitglieder das Team verlassen oder neu dazu kommen.

Wie kommt man schneller zu einem starken Team?

Geübte Team Coaches oder Teamleiter benötigen keine Anleitung, sie nehmen unbewusst die Stimmung auf und ihre Intuition versorgt sie mit den richtigen Impulsen für das Team.

Wer noch nicht so erfahren ist, kann eigene Erfahrungen durch Ausprobieren sammeln. Dabei wird nicht jeder Impuls zu der gewünschten Entwicklung im Team führen. Mit Ausprobieren kommt man auch ans Ziel, nur eben nicht so schnell.

Ich habe einige Schulungen als Führungskraft besucht. Viele dieser renommierten Schulungen gehen auf das Thema Teamentwicklung nicht ein oder geben mir Modelle an die Hand, die in der Praxis nutzlos sind. Jedenfalls habe ich durch Schulungen nicht herausgefunden, wie Teamentwicklung wirklich erfolgreich funktioniert.

Hier sind drei Punkte aus meiner Erfahrung, wie du deine Teamentwicklung beschleunigen kannst.

Nicht alle Menschen passen zusammen

Es gibt immer wieder Personen, die sich nicht auf das Team einlassen können. Diese werden auch nach längerer Zeit nicht das Vertrauen aufbringen, ihre Fehler und Schwächen gegenüber dem Team einzugestehen.

Je länger man glaubt diese irgendwie in das Team integrieren zu können, desto länger bleiben die Durchbrüche im Team aus. Nicht jede Person ist für jedes Team geeignet: was uns bei der Ehe schnell einleuchtet, gilt auch für das Team Building. Dafür kann weder das Team, die Person noch die Führungskraft etwas – es passt schlicht und einfach nicht.

Wähle die Leute aus, die Spaß an den teambildenden Aktivitäten haben. Das wird dabei helfen, ihre Fähigkeiten und ihre sozialen Kompetenzen zu entwickeln. Es ist auch günstig, Leute auszuwählen, die gut zusammenarbeiten können, sich gegenseitig respektieren und gerne im Team arbeiten. Wenn nach mehreren Anläufen eine Person nicht ins Team wächst, dann spare dir weitere Versuche und suche für die Person ein anderes Einsatzgebiet.

Fokussiere die Teamentwicklung auf einen Aspekt

Es ist hilfreich durch einen Fragebogen (z.B. das Team Echolot) herauszufinden, wo im Team die größten Dysfunktionen sind. Auf eine solche Dysfunktion kann man dann die Aktivitäten fokussieren.

Ist zum Beispiel im Team noch nicht ausreichend Vertrauen vorhanden, dann werden andere Aktivitäten wie Rollenklärung, offenes Feedback oder Zielfindung zäh verlaufen oder scheitern.

Ich unterscheide die vier Aspekte

  • Vertrauen,
  • Disput,
  • Struktur und
  • Teamgeist.

Wobei ich mich auf einen, maximal zwei, dieser Aspekte fokussiere und erst wenn das Team dort ausreichend Fortschritte gemacht hat, dann gehen wir den nächsten Aspekt an.

Arbeite stetig mit kleinen Übungen an der Teamentwicklung

Teamentwicklung ist ein Marathon und kein Sprint. Arbeite daher mit großer Regelmäßigkeit an der Stärkung des Teams – am besten jede Woche mit einer kleinen Übung.

Die persönliche Entwicklung der Teammitglieder wird nicht über Nacht passieren. Daher sind stetige, kleine Impulse zielführender als ein mehrtägiger Workshop.

Wie viel Zeit Du in die Teamentwicklung investieren solltest

Am liebsten arbeite ich in der Praxis mit kleinen Teamübungen. Diese dauern zwischen 20-60 min. und beinhalten eine Auswertung. Manchmal erlebt das Team ein „Aha“-Moment, manchmal kommt die Erkenntnis erst später. Oft endet die Auswertung damit, dass das Team neue Gruppenregel vereinbart.

Mindestens einmal im Jahr, bei neu zusammengestellten Teams eher öfters, macht es Sinn einen ganzen Tag (oder länger) mit dem Team zu verbringen.

Am Team-Tag können gemeinsame Aktivitäten für eine bessere Bindung innerhalb des Teams sorgen (Team Bonding) oder es stehen Themen wie zum Beispiel Feedback, Teamziele oder Rollenklärung auf dem Programm.

AufwandAnteil an
Arbeitszeit
Wöchentlich45 min.1,9%
Jährlich2 Tage0,9%
Gesamtaufwand2,8%

Wenn wir wöchentlich 45min. bei einer 40 Stundenwoche reservieren, dann entspricht das ca. 1,9% der Arbeitszeit. Bei zwei Teamtagen im Jahr kommen nochmal 0,9% dazu. Insgesamt werden also weniger als 3% der Arbeitszeit für die Arbeit an einer guten Teamentwicklung benötigt.

Viele Führungskräfte sehen das als zu viel Aufwand an. Aber das sind eben keine Führungskräfte sondern Team-Verwalter und Business-Manager. Konflikte im Team sind oft unterschwellig und latent, diese zeigen sich kaum – am wenigsten der Führungskraft. Wer schon mal erlebt hat, wie lähmend ein solcher Konflikt im Team ist, wird das Investment in ein Team Building als Schnäppchen betrachten.

Wie kann man den Aufwand für Team Building reduzieren?

Diese beiden Tipps können dir Zeit und Geld sparen, auch wenn es die Beraterwelt nicht unbedingt erfreuen wird.

Mach es selbst

Auch wenn ich selbst als Team Coach Teamentwicklungen begleite, rate ich davon ab! Statt die Teamentwicklung durch einen externen Berater machen zu lassen, sollte das deine Aufgabe sein.

Ein externer Berater wird eher dazu tendieren einen längeren Workshop zu konzipieren und durchzuführen, statt viele kleine alltagsbegleitende Übungen. Da man nach einem Tag noch keine dauerhaften Resultate erreicht, kann der Berater oder die Beraterin gleich einen nächsten Termin mit einer Nachbehandlung vorschlagen. Dieses Vorgehen kostet das Team mehr Zeit und das Unternehmen mehr Geld.

Also nimm die Herausforderung an um führe die Teamentwicklung selbst durch.

Nutze bewährte Vorlagen und Modelle

Natürlich ist eine individuell angefertigte Teamentwicklung die beste Passung für dein Team. Doch kostet es Zeit erstmal die Besonderheiten des Teams zu erfassen. Dafür sind Gespräche mit Teammitgliedern nötig, um eine Hypothese zu bilden und ein Vorgehen abzuleiten.

Ich habe beobachtet, dass die allermeisten Teams mit sehr ähnlichen Fragestellungen kämpfen, z.B.: wir trauen uns nicht „Nein“ zu sagen, ich möchte die Arbeit von Kolleg*innen nicht kritisieren, warum bevorzugt die Führung immer andere und nicht mich.

Suche dir ein Buch, Modell, System nach dem du deine Teamentwicklung durchführen möchtest. Diese Modelle enthalten oft Vorlagen und Anleitungen mit denen du schnell zu Ergebnissen kommen kannst.

Vermutlich wirst du nach einigen Wochen dich von den Vorgaben immer weiter lösen. Doch vor allem der Anfang ist schwer und der ist dann schon gemacht.

Fazit

Auf den ersten Blick kann der Aufwand für Teamentwicklung abschrecken. Doch bei genauerer Betrachtung ist die Investition in ein starkes Team ein Schnäppchen!

Sofern es keine hartnäckigen Konflikte im Team gibt, kannst du auf externe Berater*innen getrost verzichten und selbst die Entwicklung des Teams angehen.

Also: Teamarbeit ist machbar UND lohnt sich!


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